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WILHELM KULKE

27. Januar 1941 – 6. September 2025

Wir, seine Frau, seine Kinder und seine Familie, stehen traurig vor einem nun leeren Platz.

Was ihn auszeichnete, war sein großer Familiensinn, den wir alle so sehr spürten und liebten. Er hat daneben mit liebevoller Hartnäckigkeit, Empathie und Fleiß versucht, Menschen und Ideen für eine freundlichere Welt miteinander zu vereinen. Dieses Talent ist selten und wird uns so sehr fehlen. Vor allem aber fehlt er uns als Mensch: als Wilhelm, als Papa, als Wuta.

Mit diesem Kondolenzbuch wollen wir allen, die es mögen, ein Portal des Austausches, der Erinnerung an freudige Momente und der Trauer geben.

Nachrichten im Kondolenzbuch

  1. Julius Halm

    Meine Worte beim Trauergottesdienst am 15.09.25

    „Liebe Familie, Liebe Trauergemeinde,

    wir trauern heute um Wuta – jede und jeder auf ganz eigene Weise. In uns spiegeln sich die Facetten desselben Menschen; zusammen ergeben sie das Bild eines Mannes, der uns geprägt hat, der uns zum Lachen brachte und uns manchmal mit einem großen Schmunzeln und einem Kopfschütteln zurückließ. Gerne möchte ich die Facette aus der Sicht eines Enkel teilen.

    Mein größtes Geschenk von ihm war Zeit. Fast zwanzig Jahre sind wir gemeinsam durch den Wald gestreift und zur Jagd gegangen. Durch ihn habe ich den Wald kennengelernt: wie alles zusammenwirkt, wie Balance entsteht, wie man sie erhält – und dass Respekt für die Natur und ihre Bewohner eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens ist.

    Ein paar Bilder, die in meinem Herzen bleiben:

    Als Kind in Bussau am Feuer sitzen, in die Sterne schauen und ihm und seinen Brüdern bei hitzigen Diskussionen über Gott und die Welt zuhören – mit so viel Herz.

    Der Morgen kurz vor fünf, als er Tilmann und mich, noch vom Vorabend, in der Küche antraf: kein Vorwurf, nur die stille Erwartung „für die Jagd hast du natürlich noch Kraft“.

    Ein Herbstspaziergang in Benthe: Oma Helga und Opa Wuta Hand in Hand, ganz beseelt, vorneweg.

    Die Abende in Benthe: lange, lange Gespräche und schöne Diskussionen über das Leben – über Sinn und Unsinn –, beim Abendbrot, am Tisch im Erker.

    Die vielen Abende, wenn der Tisch sich leerte und er noch stundenlang Zeitungen las und sortierte – neugierig, wach, fleißig.

    Unser erstes gemeinsames Mal, einen Rehbock zu schießen: Sein Umgang mit dem Tod als Teil dieser Welt, voller Achtung und Respekt.

    Und dieser besondere Geruch seiner Pfeife – ein Hauch von Vanille in der Luft.

    Mit ihm verbinde ich Geborgenheit, Gesehenwerden, unerschütterliche Unterstützung. Er nahm mich immer ernst, interessierte sich wirklich für meinen Blick auf die Welt. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, verfolgte er es zielstrebig – und er blieb authentisch.

    Heute ist er bei uns – und doch nicht mehr bei uns. Wir alle in der Familie trauern um ihn, und jede und jeder trägt einen Aspekt von ihm in sich. Zusammen bleibt das Ganze.

    Opa, danke für deine Geschichten, für die Stille auf dem Hochsitz, für den Vanilleduft deiner Pfeife und für den Wald in meinem Herzen.

    Wir lassen dich gehen – und nehmen dich zugleich mit. Danke.“

  2. Dr, E.h, Fritz Brickwedde

    Liebe Frau Kulke, liebe Familie Kulke,
    leider konnte ich an der Trauerfeier in der Kirche und der Beisetzung in Benthe nicht teilnehmen.
    Es ist mir aber ein wirkliches Anliegen, Ihnen mein tief empfundenes Mitgefühl auszusprechen.
    Wilhelm Kulke habe ich sehr geschätzt. Ich habe ihn wegen seiner Kompetenz, seines Fleißes und seiner Empathie in den 90er Jahren zum Sonderbeauftragten für die neuen Länder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt berufen. Hier hat er sich vor allem um den Ausbau der Umweltforschung verdient gemacht.
    Im Anschluss an dieses wertvolle Engagement wurde Wilhelm Kulke Beauftragter der DBU für Mittel- und Osteuropa. Mit großem Elan hat er sich für den Umweltschutz u.a. in den baltischen Ländern und in der Oblast Kaliningrad eingesetzt. Zahlreiche Projekte zur Umweltentlastung sind so entstanden.Oft waren wir gemeinsam in Osteuropa unterwegs.
    Wilhelm Kulke hat sich um den Umwelt-, Klima- und Naturschutz große Verdienste erworben. Voller Zuneigung und Respekt denke ich an,
    Unsere Begegnungen dauerten auch nach Eintritt in den Ruhestand an.
    Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz kurz vor seinem Tode hat sein Lebenswerk zu Recht gewürdigt.
    Dr. E.h. Fritz Brickwedde Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (1991-2013)

  3. Gunnar Grönke

    Ich möchte mich den lieben Worten von Manfred Seidel anschließen! Wilhelm war uns ein besonders geschätzter, freundlicher Kollege! In herzlicher Erinnerung an ihn wünsche ich der Familie alles Gute! Gunnar Grönke, Mölln

  4. Hans Mönninghoff

    Liebe Familie von Wilhelm Kulke,
    auch ich konnte leider nicht an der Trauerheier teilnehmen, lag ich doch bis gestern im Krankenhaus, daher drücke ich Ihnen meine herzliche Anteilnahme über den Tod ihres Mannes und Vaters auf diesem Wege aus:
    In meinr 24-jährigen Tätigkeit als Umweltdezernent der Stadt Hannover habe ich mehrfach mit Wilhelm Kontakt gehabt und vieles, was in der Traueranzeige und in den anderen Kondulenzbeiträgen steht, kann ich durch meine eigenen Erlebnisse mit Wilhelm bestätigen: Ein in Umweltfragen umfassend gebildeter Mensch, der mir wertvolle Ratschläge gab; ein empatischer Mensch, der gut Anteil an den Gedanken seiner Gesprächspartner nehmen konnte; ein sehr politisch denkender Mensch, der an der Halbherzigkeit seiner Parteiführung in Umweltfragen litt und mit viel Engagement für die als richtig erkannten Positionen kämpfte.
    Hans Mönninghoff
    Erster Stadtrat der Landeshauptstadt Hannover a.D
    Wirtschafts- und Umweltdezernent a.D.

  5. Martin Stöber

    Sehr geehrte Familie Kulke,

    seit der Arbeit am „großen“ Ronnenberg-Buch kenne und schätze ich Wilhelm sehr. Und unsere regelmäßigen Treffen im Arbeitskreis Ronnenberger Stadtgeschichte haben diese Wertschätzung noch vertieft. Daher war ich sehr betroffen, von seinem Ableben zu hören. Die Kulturarbeit der Stadt hat einen ihrer wichtigsten „Motoren“ verloren.

    Doch selbstverständlich sind es in erster Linie und im äußersten Maße Sie, sehr geehrte Familie Kulke, die um Wilhelm trauert. Ich möchte Ihnen allen daher mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Mögen Sie die Kraft haben, die Anforderungen dieser Zeit zu bestehen.

    Auch „die Lokalgeschichte“ wird Wilhelms Andenken bewahren.

    Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen

  6. Ilka Burkhardt-Liebig

    Liebe Tine, lieber Stefan, liebe Familie Kulke,
    Leider konnte ich es nicht schaffen, zu Wilhelms Trauerfeier zu kommen. Am Rundlingstag haben wir für Wilhelm eine Schweigeminute eingelegt und seiner gedacht. Ich habe Wilhelm in meiner Zeit hier im Wendland nur selten erleben dürfen, erinnere aber gut die Besuche in Bussau „im Brüderkreis“ beim Anschauen alter Bücher seines Vaters Erich. Und Tine, du hast uns vom Rundlingsverein immer herzlich in Bussau aufgenommen – ein Teil der von so vielen im Kondulenzbuch beschriebenen Eigenschaften leben in dir weiter: Herzlichkeit, Naturverbundenheit, Interesse an Menschen und Einsatz für zukünftige Generationen.
    Adrian und ich wünschen dir und allen Angehörigen Kraft, den Verlust zu ertragen. Sei ganz lieb gedrückt!
    Ilka

  7. Michael Succow

    Liebe Helga Kulke, liebe Familie und Freunde von Wilhelm,
    erschreckt habe ich die Nachricht von Wilhelms Tod vernommen. Er war über lange Jahre ein wichtiger Wegbegleiter. Anfangs als Berater im neuen Gesellschaftssystem nach der Wende, er wirkte ja auch zum Teil in unserer Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern mit. Besonders wertvoll war aber seine Einbindung in die DBU, wo er als „Ostbeauftragter“ maßgeblich die Kontakte und Projekte in Kaliningrad koordinierte. Hier konnten wir viel zusammen bewegen! Für mich besonders bewundernswert, wie er das alles in unzähligen Autofahrten bis nach Kaliningrad meisterte….Er erzählte mir viel aus dem Familienleben und war immer wieder bei uns in Wackerow zu Gast. Diese Verbundenheit war außergewöhnlich! Auch in den letzten Jahren schickte er mir noch wichtige Zeitungsbeiträge und Publikationen zur Information zu.
    Nun hat sich sein Lebenskreis vollendet und Ihr trauert um ihn. Wilhelm wird mir in tiefer Erinnerung bleiben.
    Mit allen guten Wünschen, in Verbundenheit und mit aufrichtigem Beileid,
    Prof. em. Dr. Michael Succow

  8. Manfred Seidel Försterei 1 37642 Holenberg

    Liebe Helga, liebe Familie Kuhlke
    wir Klassenkameraden des Jahrgangs 6 der Forstschule Düsterntal
    verneigen uns vor einem außerwöhnlichen Menschen mit vielen positiven Eigenschaften und möchten Dir liebe Helga und Deiner Familie Trost und unser Mitgefühl übermitteln.
    Wilhelm hat sich durch seine politischen und naturverbundenen Interessen für Naturschutz und Völkerständigung und als Gewerkschaftler eingesetzt.
    Sein Tätigkeitsfeld in den Osten Deutschlands, nach Polen, Littauen und in die Ukraine hat er mit voller Hingabe ausgefüllt.
    Unser Klassenkameradschaft ehemaliger Förster, die wir verstreut in Niedersachsen tätig waren, hat er gepflegt und archiviert. Auf allen Klassentreffen hat Wilhelm nie gefehlt und uns immer von seiner Tätigkeit
    in Sachen Naturschutz und Völkerverständiung berichtet. Stolz war er auf seine Förster Uniform die er zuletzt mir mir auf der Beerdigung von Peter Kretschmar vor zwei Jahren getragen hat. Auch über die Vertreibung und
    Flucht, wie ich auch aus Schlesien stammend, zuerst nach Wien ist mir noch in Erinnerung. Zum diesjährigen Klassentreffen nach Walsrode im Oktober hatte Wilhelm sich angemeldet.
    Heute am Tag der Trauerfeier werden wir Wilhelm in stillem Gedenken
    an eine herausragende Persönlichkeit und unverwechselbares Orginal gedenken.

    Manfred Seidel

  9. Ivan Tymofeiev

    Liebe Familie von Wilhelm,

    mit tiefem Mitgefühl möchte ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid zum Verlust von Wilhelm aussprechen.

    Wilhelm war ein besonderer Mensch – ein großer Freund der Ukraine, ein verlässlicher Partner und ein überaus angenehmer Gesprächspartner. Ich bin zutiefst dankbar, dass sich unsere Wege im Leben gekreuzt haben und ich die Ehre hatte, ihn einen Freund nennen zu dürfen.

    Sein vielfältiges Engagement für die Ukraine, seine stets warmen und unterstützenden Worte und sein unschätzbarer Beitrag zu den Naturschutzprojekten von NABU in der Ukraine werden für immer in Erinnerung bleiben.

    Es war eine Ehre, mit Wilhelm zusammenzuarbeiten, seine Briefe mit Zeitungsausschnitten zu erhalten oder seine liebevoll ausgesuchten Postkarten von seinen Reisen durch Europa. Diese kleinen Gesten spiegelten seine Wärme, seine Neugier und seine Verbundenheit wider.

    Lieber Wilhelm – ruhe in Frieden. Du wirst sehr vermisst.

    In tiefer Anteilnahme
    Ivan Tymofeiev

  10. Marlo Kratzke

    Im Namen der Stadt Ronnenberg spreche ich der Familie von Wilhelm Kulke mein tiefes Mitgefühl aus. Mit ihm verlieren wir einen Menschen, der unsere Stadt über Jahrzehnte geprägt hat, durch sein Engagement für Umwelt und Natur, durch seine unermüdliche Arbeit an der Ronnenberger Geschichte und durch seine Fähigkeit, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

    Mich persönlich verbindet mit Wilhelm eine lange Wegstrecke, die schon begann, bevor ich Bürgermeister wurde. Er hat mich an die Hand genommen, als ich meine ersten politischen Schritte machte, und war mir bis zuletzt ein wichtiger Ratgeber und Unterstützer. Dass er noch vor wenigen Tagen voller Vorfreude von unserem nächsten Termin sprach, zeigt, wie sehr er bis zuletzt für unsere Stadt da war.

    Wir sind dankbar für alles, was er Ronnenberg gegeben hat. Sein Wirken und seine Haltung werden bleiben, in unserer Stadt und in unseren Herzen.

    Marlo Kratzke
    Bürgermeister der Stadt Ronnenberg

  11. Rudi Heim

    Liebe Familie Kulke,

    Wilhelm und mich hat die Liebe zur Geschichte zusammengebracht, ja in meinem damaligen Vorruhestand vor über einem Jahrzehnt wieder neu geweckt. Allein schon dafür bin ich ihm außerordentlich dankbar. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist zu einem wichtigen Lebensinhalt geworden.

    Sein besonderes Verdienst für die Stadt liegt in der Hartnäckigkeit, mit der er dauernd und über Jahre die Einrichtung eines Stadtarchivs gefordert und letztendlich auch umgesetzt hat.

    Ich persönlich habe ihm viel zu verdanken.

  12. Oleksandr Bokotey und Freunde aus der Ukraine

    Liebe Familie von Wilhelm Kulke,

    wir in der Ukraine haben mit großer Trauer erfahren, dass unser geschätzter Freund, langjähriger Partner und außergewöhnlicher Mensch – unser lieber Wilhelm – von uns gegangen ist.

    Wir haben ihn 2010 bei der internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz „Deutsch-Russische Ökologietage” in Kaliningrad kennengelernt. Seitdem hatten wir fast jedes Jahr die Gelegenheit, uns zu treffen, und dank seiner Unterstützung konnten viele wichtige und interessante Projekte für die Ukraine, Deutschland und ganz Europa umgesetzt werden.

    Wilhelm war immer bereit zu helfen, und wir waren echt beeindruckt von seiner unerschöpflichen Energie. Er konnte keine Minute untätig bleiben.
    Wilhelm hat auch persönlich an einer Reihe von Konferenzen und Seminaren in der Ukraine teilgenommen.

    Er interessierte sich echt für das politische und soziale Leben in der Ukraine und schickte uns jedes Jahr Ausschnitte aus deutschen Zeitungen, in denen über die Ukraine berichtet wurde. Wilhelm liebte besonders die Karpaten und sorgte sich um ihre Natur. Außerdem lag ihm jeder einzelne von uns und jedes Projekt, das wir umsetzten, sehr am Herzen.

    Wir empfinden großen Verlust und Trauer um unseren Freund Wilhelm. Seine Energie, seine Güte und seine Hingabe werden für immer in unseren Herzen bleiben.

    Mit den besten Wünschen und in heller Erinnerung an unseren Wilhelm,

    Oleksandr Bokotey und Freunde aus der Ukraine

  13. Mathias Edler, Kussebode

    Mein herzliches Beileid zum Tod Ihres Mannes und Vaters!

    Wir hatten kein enges Verhältnis, aber wir sind trotz des Altersunterschiedes einige Jahrzehnte den gleichen Weg gegangen. Ich weiß nicht, ob von der heutigen Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) jemand schreibt, deshalb tue ich es jetzt einfach privat, als normales Mitglied der BI, als ehemaliger Atomexperte bei Greenpeace Deutschland und als Jagdgenosse.

    Wilhelm war eine Konstante in der Diskussion um den Atommüll in Gorleben und ganz Deutschland. Kennengelernt haben wir uns glaube ich bei Andreas Graf von Bernstorff in Gartow bei Hintergrund-Gesprächen zu Gorleben. Minister, Behördenleiter und Bischöfe kamen ins Schloss und gingen wieder, Wilhelm blieb der gesellschaftlichen Diskussion selbst nach der Aufgabe des Endlagerstandortes Gorleben 35 km vom Haus seiner Eltern in Bussau/Wendland entfernt, verbunden.

    In den Anfangsjahren nach der politischen Entscheidung, das Wendland zum Atomklo der Bundesrepublik zu machen, hat er in Lüchow-Dannenberg die Bundesseite vertreten, war dabei aber immer der Bürgerinitiative zugetan und manche Information hätten wir ohne Wilhelm nicht gehabt, wie die erste BI-Vorsitzende Marianne Fritzen mir in ihrem Keller in Kolborn mit spitzbübischem Lächeln erzählte. Bundesweit, ja manchmal sogar europaweit haben wir uns in den folgenden Jahren, gar Jahrzehnten bei den zahllosen Symposien zum Thema Endlagerung und Atommüll “zufällig” getroffen, aber praktisch immer in Loccum.

    Später, als wir mit Hilfe von Greenpeace die lange zuvor vermuteten Lügen der Atomindustrie anhand der Einsicht in zuvor unter Verschluss gehaltenen Behördenakten aus 12 Ministerien schwarz auf weiß nachweisen konnten, hat er mich herzlich beglückwünscht. Und zwar auf der Jagd bei Graf Bernstorff in Gartow, wo wir uns einmal im Jahr außerhalb der Atomdiskussion trafen und einer Passion nachgingen, die zumindest in unseren “Politkreisen” nicht unbedingt häufig vertreten war.

    Und beim Schüsseltreiben wurde noch eine andere Verbindung deutlich: Es stellte sich heraus, dass ich praktisch neben dem Forsthaus am Deister aufgewachsen bin, bei dem Wilhelm sein Anwärterjahr bei Förster Glaubitz auf der Höhenluft zwischen Hohenbostel und Barsinghausen gemacht hat. Der alte Glaubitz ist inzwischen über 100 Jahre alt und lebt glaube ich immer noch im obersten Stock in einem der beiden einzigen Hochhäuser in Barsinghausen. Und wird immer noch ab und zu von seinem Sohn mit dem Auto zum Hirsche gucken in den Wald gefahren.

    Mein Cousin und Nachbarsjunge von der Höhenluft wohnt heute im besagten alten Forsthaus am Deister. Und ich lebe heute 3 km von Bussau entfernt im Wendland. Wer hätte das gedacht? Während mein Vater, zwei Jahre älter als Wilhelm, immer noch auf der Höhenluft am Deister lebt (übrigens durch alte Kundenkontakte aus seinem Leben auch Benthe in und auswendig kennt) und mir jeden Zeitungsartikel geschickt hat, in dem Wilhelm sich z.B. zur Regionalgeschichte des Calenberger Landes oder eben zur Gorleben-Geschichte geäußert hat.

    Noch im vergangenen Jahr war Wilhelm während der Kulturellen Landpartie bei einer Brauereiführung bei mir auf dem Hof. Für mich gehörte er zu den Leuten, bei denen es unvorstellbar ist, dass sie mal nicht mehr da sind. Wilhelm Kulke, Marianne Fritzen oder auch unsere beiden Experten in der Bürgerinitiative Heinrich Messerschmidt und Rudi Sprössel: Ich konnte mir lange keine Veranstaltung ohne sie vorstellen. Die meisten der “ersten Gorleben-Generation” sind inzwischen gegangen.

    Wilhelm hatte die seltene Eigenschaft, mit jedem reden zu können, ohne die eigene Position zu negieren oder sich zu verstellen. Und vor allen Dingen war er nicht hinterfotzig, stattdessen unermüdlich und dem Gegenüber trotz aller inhaltlichen Gegensätze zugetan – diese Spezies ist praktisch ausgestorben, gelten diese Eigenschaften heute doch als Schwäche. Dabei entsteht der politische Raum, die Erfahrung der Welt durch gemeinsames Handeln, wie die Philosophin Hannah Arendt beschreibt, genau durch diese Eigenschaften und Menschen wie Wilhelm. Gäbe es mehr Bürger wie ihn, wären Gesellschaft und Land in einem besseren Zustand.

    Danke, dass Du nichts auf Äußerlichkeiten gegeben und Du mit den “Langhaarigen” wie mir genauso gesprochen hast wie mit der Politprominenz aus Bonn, später Berlin und Hannover. Schnell waren wir per “Du”, wie es bei Deinem gewerkschaftlichen Hintergrund üblich war. Wendland und Calenberger Land – alte bzw. neue Heimat: Das hat uns irgendwie verbunden. Jetzt bist Du über den Deister gegangen.

    Bis irgendwann in den ewigen Jagdgründen – da sprechen wir dann nur über Jagd oder Natur oder Kultur oder Geschichte. Wie Du möchtest. Jedenfalls nicht mehr über Atommüll. RIP.

  14. Prof. em. Dr. Hans-Heinrich Nolte

    Prof. em. Dr. Hans-Heinrich Nolte, Barsinghausen
    Wir trauern um einen Freund in unseren Diskussionen

    Das Historisch-Politische Colloquium Barsinghausen trauert um Wilhelm Kulke. Er hat kenntnisreich und engagiert zu vielen Diskussionen in unserem Kreis beigetragen, so dass sein vielfältiges und fundiertes Wissen in Geschichte und Umweltschutz allen zugute kam. Über Anfänge der Bemühungen um ein Atomendlager in Gorleben hat er im Colloquium einen sehr lebendigen Vortrag gehalten und eine kleine Tagung des Colloquiums über Naturschutz vor allem in Osteuropa vorbereitet und mit geleitet. Sein Tod reißt eine Lücke.

    Wilhelm Kulkes gut begründete und weit reichende Überlegungen haben unsere Weltsichten erweitert. Wir vermissen seine Beiträge schon jetzt und werden ihn nicht vergessen.

    In dankbarem Gedenken für das Colloquium: Hans-Heinrich Nolte 14.09.2025

  15. Lienhard Jung

    Liebe Helga,

    es ist noch nicht lange her, daß ich mit Wilhelm telefoniert habe. Doch das ist nun nicht mehr möglich. Ich erinnere mich gern an das Treffen mit Euch in Benthe und in Bussau. Du wirst Deinen Mann sicher sehr vermissen. Das Leben hat sich verändert, wenn der Partner fehlt. Es gibt keine gemeinsamen Erinnerungen mehr. Du kannst nicht mehr sagen: “ Weißt du noch?“ Ich kenne das aus eigener Erfahrung.
    Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zukunft.

    Herzliches Beileid

    Lienhard und Christa

  16. Michael Napierala

    Liebe Frau Kulke, liebe Familie Kulke,
    mit großer Bestürzung und großer Fassungslosigkeit habe ich vom plötzlichen Tod von Wilhelm erfahren. Mir wird zukünftig seine Beharrlichkeit, seine Weitsicht, sowie Zielstrebigkeit und Zuversicht bei unseren gemeinsamen Projekten im Bereich der umweltfreundlichen Energieumwandlung und Energienutzung fehlen. Er war für mich der Motor für einen bessere und lebenswerte Welt. Sein reichhaltiger Schatz an Erfahrungen und Kontakten halfen uns Menschen für eine nachhaltige Politik und Projekte zu begeistern. In diesem Sinne werde ich zukünftig weiter diesen Weg gehen und Wilhelm an meiner Seite wissen.
    Ich wünsche Ihnen liebe Frau Kulke, liebe Familie Kulke, viel Kraft und Zuversicht in diesen Stunden der Trauer und des Verarbeitens des Geschehnisses.
    Ein Mensch hört nicht auf zu leben, auch wenn wir ihn nicht mehr sehen, hören, riechen oder fühlen. Nein, er ist so lange bei uns, so lange wir an ihn denken und auch mit ihm reden. Er ist nur in einer anderen Welt, in der wir uns alle wiedersehen werden.
    In tiefer Trauer und aufrichtiger Anteilnahme
    Michael Napierala

  17. i.A. für Wolfgang Walther

    Liebe Frau Halm,

    ich habe heute Ihre traurige Nachricht erst gelesen. Das ist ja nicht zu glauben.
    Erst am 3.9. habe ich noch mit ihm im Gemeinschaftshaus in Ronnenberg gesprochen.
    Und jetzt diese Nachricht.

    Ich habe Wilhelm in den 80er Jahren in Ronnenberg kennengelernt. Zunächst in der SPDund nach 2001 haben wir dann viel gemeinsam in Sachen Stadtgeschichte gemacht. Er machte mich darauf aufmerksam, dass Prof. Hauptmeyer in der Frage des Alters von Ronnenberg eine andere Position vertrat als hier in Ronnenberg bei den „Altronnenbergern“ .
    Das hat mir 2005 sehr geholfen, es war quasi der Start in die Arbeit für das Ronnenbergbuch, das er mit drei Mitstreitern herausgegeben hat.

    In der Folge leitete er die Kommission zur Stadtgeschichte, die oft im Rathaus tagte und ich war – wenn irgend möglich – gern dabei. Wir haben so noch viel auf den Weg gebracht.

    Er erzählte mir auch viel über seine Zeit im Wendland und ich habe dann auch „das Kulke-Haus“ dort besucht.
    Er konnte gut erzählen, andere begeistern, Dinge vorantreiben. Diese großartige Arbeit hat zuletzt ja auch eine besondere Würdigung erfahren: das Bundesverdienstkreuz.

    So schade, dass er so unerwartet – er wirkte auf mich völlig fit vor nicht mal acht Tagen – gegangen ist.

    Ich wünsche Ihnen und der ganzen Familie Kraft und Stärke, um mit dem schweren Verlust angemessen umgehen zu können. Ich bin in Gedanken bei Ihnen – ich werde Wilhelm immer in guter Erinnerung behalten.

    In Anteilnahme

    Wolfgang Walther

  18. i. A. für den DGB Landesbezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt

    Wir trauern um Wilhelm Kulke
     
    Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod von Wilhelm Kulke erhalten.
     
    Im Kreise des Deutschen Gewerkschaftsbundes war Wilhelm ein überaus geschätzter Kollege, der für das Thema des gewerkschaftlichen Umweltschutzes in unserem Bezirk eine herausragende Bedeutung hatte.
     
    Wilhelm Kulke hat über 50 Jahre lang durch sein Engagement im DGB-Ausschuss für Umweltfragen (AfU) – deren Gründer und langjähriger Vorsitzender er war – das umweltpolitische Profil des DGB in Niedersachsen geprägt. Gemeinsam haben wir uns in zahlreiche umweltpolitische Themen vom Atomausstieg bis zur sozialökologischen Transformation vertieft, haben Gespräche mit der Politik geführt, Positionen entwickelt und gewerkschaftliche Exkursionen organisiert. Wilhelm war durch seine hohe Fachkompetenz auch über den DGB hinaus ein gefragter Ansprechpartner. Seit dem ersten Tag und über Jahrzehnte hinweg war er eine treibende Kraft in den Regierungskommissionen des Landes Niedersachsen und es ist auch sein Verdienst, dass die niedersächsischen Gewerkschaften in der mittlerweile 9. Kommission eine fest etablierte Rolle einnehmen. Wie kein Zweiter konnte Wilhelm die Bedeutung der umweltpolitischen Fragen unserer Zeit darstellen und dafür Aufmerksamkeit wecken.
     
    Wir denken mit besonderer Freude an ein Projekt mit Wilhelm und der DGB-Jugend vor einigen Jahren zurück. In einem Gespräch hatte er einer Jugendvertreterin erläutert, warum gerade die nachrückende Generation den Staffelstab übernehmen und den Umweltthemen eine so hohe Bedeutung beimessen muss. Bei diesem Gespräch war er komplett in seinem Element. So haben wir ihn all die Jahre gekannt und so werden wir ihn in Erinnerung behalten.
     
    Im Jahr 2021 hat der Deutsche Gewerkschaftsbund Wilhelm Kulke mit der Hans-Böckler-Medaille ausgezeichnet – dies ist die höchste Ehrung, die wir als Gewerkschaften in unserem Land vergeben können. Es sind Kollegen wie Wilhelm die unsere Bewegung tragen, die unsere Positionen festigen, die unser Kompass sind. In der Ehrung für Wilhelm zur Verleihung der Hans-Böckler-Medaille heißt es: „Wilhelm Kulke ist Gewerkschafter durch und durch und war in all der Zeit ein prägender Kopf des AfU. Die Verleihung der Hans-Böckler-Medaille an Wilhelm Kulke ist nun die Gelegenheit, ‚Danke‘ zu sagen.“
    In Dankbarkeit und Trauer blicken wir zurück.
     
    Seinen Angehörigen und Freunden gilt unser Beileid und unser tiefes Mitgefühl.

  19. Bine Brinkel geb. Distler

    Liebe Tine, lieber Stephan…….am liebsten würde ich euch jetzt einen leckeren Kuchen backen und ihn euch, verziert mit Lavendel als kleinen Seelentröster überreichen.
    Das habt ihr nämlich vor genau 5 Jahren gemacht, als Mama gestorben ist. Diese Geste hat mich sehr beeindruckt und bleibt immer im Kopf…..
    Ich hoffe für euch, dass ihr auch umgeben seid mit lieben Menschen, die euch und ganz besonders Tine, trösten und auffangen können……
    Leider kannte ich Wilhelm nicht persönlich, aber ausgehend von den liebevollen Erzählungen, muss er ein großartiger Mann gewesen sein…..
    Ich wünsche euch und allen die ihn lieb hatten ganz viel Kraft, Mut und Zuversicht für die lange Zeit der Trauer…..
    Alles Liebe von Bine B.

  20. Suzanne Eichel

    „Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen“
    Ghandi

    Die kulturelle Landpartie wird nie mehr so sein: Am Frühstückstisch unter dem Baum liest Tines Papa das Programm vor – das Ganze! Ich werde immer an ihn denken, wenn ich nach Bussau fahre.

    Viel Trost allen und ❤️ Beileid, Suze

  21. Erika und Werner Giesemann

    Liebe Helga,
    auch wir sind sehr betroffen von Wilhelms plötzlichem Tod.
    Mit Wilhelm haben wir einen guten und treuen Freund und
    Genossen verloren.
    Seine Vorträge über politische Themen und der Geschichte
    unseres Heimatortes haben uns immer fasziniert.

  22. Peter Paul Kubina

    Liebe Helga, liebe Familie Kuhlke,

    wir haben mit Bestürzung vom Tod von Wilhelm erfahren. Wir möchten Dir und Deiner ganzen Familie unser tiefes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme zu diesem schweren Verlust aussprechen.

    Wir erinnern uns gerne an den Besuch in Bussau, wo wir Dich und Wilhelm getroffen haben. Wir haben ihn als einen engagierten und geschätzten Menschen in Erinnerung, der sich für die Gemeinschaft, Umwelt, Natur, Geschichte und so viele weiteren Dinge eingesetzt hat.

    Wie wir kürzlich in der Hannoverschen Allgemeinen gelesen haben, wurde Wilhelm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Diese Auszeichnung ist ein Zeichen für sein herausragendes Engagement und seine Verdienste. Wir sind davon überzeugt, dass ihm diese Ehrung viel bedeutet hat und ein Zeichen für die Wertschätzung ist, die er in der Gemeinschaft genossen hat.

    In dieser schweren Zeit möchten wir Dir unsere Unterstützung und unser Mitgefühl aussprechen. Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer schmerzlich, und wir hoffen, dass Du in dieser Zeit die Kraft und den Trost findst, den Du jetzt sicher benötigst.

    Mit aufrichtigem Beileid,
    Regina und Peter Paul Kubina

  23. Waltraut Moestl

    Mein inniges Beileid. Ich kann es noch gar nicht fassen. Noch vor kurzer Zeit hat Wilhelm den Wunsch geäußert, bald wieder ein Familientreffen in größerem Rahmen zu planen.
    Ich wünsche viel Kraft der eigenen Familie. Wir trauern und sind in Gedanken in dieser schweren Zeit bei Euch.
    In Liebe von der Nichte Waltraut samt Familie aus Österreich

  24. Daniel

    Herzlich willkommen im Kondolenzbuch für Wilhelm Kulke.

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